Das Bergrestaurant ergänzt die Baugruppe der Gondelbahn-Station und des Sessellifts. Das Raumprogramm war äusserst umfassend, neben einem Restaurant und einem Self-Service-Bereich mit insgesamt 300 Plätzen waren ein Mehrzweckraum sowie Personalunterkünfte unterzubringen. Die meisten technischen Räume konnten im massiven, in den Hang getieften Untergeschoss untergebracht werden. Die Mägisalp erscheint als überdimensionale Alphütte. Da die Grösse mit ortsüblichem Blockbau nicht zu bewerkstelligen war, wählte Ernst E. Anderegg eine Skelettkonstruktion. Die Fassaden sind durch streng gerasterte Ständer rhythmisiert. Als Ausfachungen wurden mehrheitlich liegenden Hölzer gewählt, was dem Blockbaucharakter ähnelt. Die Seiten sind – ähnlich ausgebauter Lauben – verglast und mit vertikalen Lamellen geschlossen. Die Fenster der Personalunterkünfte sind mit Klappläden und Blumenkästen versehen, was dem Baukörper einen heimeligen Charakter vermittelt. Kern des offenen Erdgeschosses bildet die Küche. Die Restaurantbereiche sind locker um den Kern gruppiert, der Personalbereich ähnlich einer Empore in den grossen Raum eingestellt. Die Weitläufigkeit des Hauptgeschosses bedingt grosse Spannweiten, die mit Hilfe mächtiger Brettschichtholzträger überbrückt wurden. Die Mägisalp besticht durch ihre klare, auf wenige Elemente reduzierte Form und Gestaltung. Die Übergrösse wird durch die Schlichtheit kompensiert, der Bau fügt sich gut in den Kontext.
Gutes Bauen 1983
Wolf, Daniel; von Allmen, Jost: Ernst E. Anderegg. Ausgewählte Bauten in der Region Interlaken-Oberhasli (= Schweizerische Kunstführer). Bern 2011, S. 49. – Büren, Charles von (Hg.): Neuer Holzbau in der Schweiz. Mit Tradition und Erfahrung zu neuen Gestaltungen in Holz. Zürich 2085, S. 150–151.
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