Glossar
Rahmenbau
Der Rahmenbau entspricht einer geschossweise gestossenen Ständerbauweise mit flächiger Aussteifung. Er funktioniert wie diese als hybride Konstruktion unter Mitwirkung aller tragenden Schichten der Wand-, Decken- und Dachbauteile.
Die ersten Rahmenbauten entstanden in Europa in den 1930er-Jahren unter der Bezeichnung Gerippe- oder Rippenbau als adaptierte Version der amerikanischen Bauweise des «Platform-Frame-Systems». Mit dem Impulsprogramm Holz des Bundes erlebte der Rahmenbau ab 1988 in der Schweiz eine Renaissance.
Die Erstellung von Rahmenbauten erfolgt in Elementbauweise, in modernen Holzbaubetrieben mittlerweile vollautomatisiert. Die Abmessungen der Elemente sind von den Transportmöglichkeiten limitiert. Das Merkmal des Rahmenbaus ist der gleichmässige, recht enge Abstand der Ständer. In der Schweiz hat sich ein Rastermass von 62,5 Zentimetern etabliert. Dies geht Hand in Hand mit den normierten Abmessungen der Beplankungs- und Dämmmaterialien. In der Regel ist die aussteifende Beplankung an der Ständerinnenseite befestigt.
Die Befestigung der Konstruktionshölzer erfolgt entweder mittels eingenutetem Stoss und einer genagelten Verbindung oder mittels Zapfen, Schwalbenschwanz oder Ähnlichem. Die Dämmebene befindet sich innerhalb der Konstruktion, wodurch eine platzsparende Bauweise möglich ist. Minergie- oder Plusenergiebauten sind mit Rahmenbau gut konstruierbar.
Literatur
Gurtner, Thomas: Skript BBH0402 Holzhausbau 1: Systeme, Version 1.0 (21.02.2022), S. 86 ff.. – Kolb, Josef: Holzbau mit System. Zürich 2012 (3. Aufl.), S. 62 ff..