Am Anfang des Projekts im Basler Lysbüchel-Quartier stand keine gestalterische Vision, sondern der Wunsch nach nachhaltigem, gemeinschaftlichem Wohnen, begleitet von einer bedürfnisgerechten Wandelbarkeit des Wohnraums. Entstanden ist ein Holzhybridbau: In ein Holzgerüst wurden Standard-Hohlbetonelemente als Decken eingesetzt, die Konstruktion im Inneren mit einfachsten, grossflächigen Holztafeln verschalt. Während sich der mit mattweissem Wellblech verkleidete Bau strassenseitig fast schon traditonell gibt, zeigt die Hofseite die innovative Verknüpfung der Grundrisse. Das offene Treppenhaus ist eine reduzierte Stahlkonstruktion, die in die breiten Balkonvorzonen der Wohnungen übergeht. Dort, wo es der Brandschutz erfordert, sind Holzfaser-Zementplatten verbaut. Ebenfalls sind die Küchenfenster zum Treppenhaus hin orientiert, das als Kommunikationsachse fungiert und auch die gemeinschaftlich genutzte Dachterrasse erschliesst. Im Erdgeschoss sind der Wohnraum und die Küche der WG platziert. Pro Geschoss gibt es zwei Zimmer mit Bad, die den 3 ½- Wohnungen oder der sogenannten «Treppenhaus-WG» zugeschaltet werden können. Hierfür stehen Dämmelemente zur Verfügung, mit der die jeweilige Tür geschlossen werden kann. Damit wird die gewünschte Flexibilität über den Lebenszyklus hinweg ermöglicht. Das Ziel, einen möglichst nachhaltigen Bau zu kreieren, ist gelungen. Ebenso einen spezifischen Charakter zu generieren: Die Improvisation liegt nicht nur im Grundriss, sondern auch im architektonischen Ausdruck.
Bessenich, Salome: Wandelbarer Wohnraum, in espazium.ch (2.12.2025). – Herz, Manuel. Laudatio Wohnhaus Abakus, Basel (BS), in: Arc-Mag 1/2023, S. 17–19. – Corts, Katinka: Flexibel wohnen in Gemeinschaft, in: Deutsche Bauzeitschrift 4/2023. – Gratz, Lucia: Stadt als Gemeinschaftswerk, in: Arc-Mag 1/2023, S. 102–111.
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