Die Bergtrotte Osterfingen ist ein bedeutendes Beispiel für eine herrschaftliche Zwingtrotte. Wein war ein wertvolles Gut, der Zugang zu einer Kelter entsprechend streng geregelt. Es wurden Pachten vergeben und die Lehensbauern unterlagen dem Trottzwang. Der Bau von 1584 ist ein Ersatzneubau, er wurde vom Maurermeister Marx Blank und vom Zimmermeister Kaspar Bruder unter Verwendung vorhandener Hölzer errichtet. 1783 wurde die Trotte auf über das Doppelte erweitert, an der Fachwerkkonstruktion wurde jedoch festgehalten. Um 1800 kam der Bau in private Hände. Heute gehört die Trotte einer Genossenschaft, die 2015 einen modernen Anbau initiierte, um den historischen Raum auch für Events nutzen zu können. Die Trotte misst 37 x 12 Meter und gründet auf einem Bruchsteinsockel. Die Giebelfassade des älteren Teils zeigt mit den gekrümmten Eichenstreben eine frühneuzeitliche Fachwerktechnik. Das Dachwerk überrascht mit einem für die Entstehungszeit modernen Hängewerk und liegendem Stuhl. Die Verlängerung mit Walm 1783 erfolgte ohne Hängewerk. Die Stützenfreiheit war notwendig, da die ursprünglichen Baumpressen viel Raum beanspruchten. Seit 1986 befindet sich wieder eine historische Baumpresse in der Bergtrotte.
Hermann, Isabell; Räber, Pius: Die Bauernhäuser des Kantons Schaffhausen. Basel 2010, S. 254–358.
Bilder














Pläne









Prozess








