Die Gemeinnützige Wohnbaugenossenschaft Winterthur wurde 1939 gegründet und verwaltet inzwischen über 1500 Mietwohnungen. Seit 2013 ergänzt die Wohnsiedlung Orenberg mit bislang 61 Wohnungen das Portfolio, die Siedlung wird weiterentwickelt. In der ersten Bauetappe entstand ein Ensemble, das sechs verschiedene Häuser umfasst und sich auf die ländliche Tradition des Weinlands, auf Wohnsitze aus Stein und Scheunen aus Holz bezieht. Die zwei- und dreigeschossigen Bauten fassen einen gemeinschaftlich genutzten Hof. Die Reihenhäuser sind hybrid konzipiert, die beiden Laubenganghäuser stehen für moderne Holzarchitektur. Sie ruhen auf einer massiven Betonplatte, die als Sockel erscheint. Angeboten werden je sechs 3 ½- und zwei 4 ½-Zimmerwohnungen, die sich über die gesamte Haustiefe erstrecken. Der Zugang erfolgt über die Wohnküche. Die Riegel sind mit geknickten Satteldächern gedeckt, die die Erschliessung und die Loggien abschliessen. Hofseitig akzentuieren schräge Streben, die die Traufe stützen, die Baukörper. Die Fassaden sind mit einer vertikalen Schalung beplankt, auch insgesamt dominiert in der Gestaltung die Vertikale. Das strenge Raster der Holzbauten wird durch figurative Kunstobjekte unterbrochen. Das architektonische Konzept wird begleitet vom Angebot gemeinschaftlicher Nutzungen und entspricht damit nicht nur konstruktiv den aktuellen Prämissen nachhaltiger Lebensformen.
Muschg, Benjamin: Siedlung Orenberg in Ossingen ZH von BDE Architekten, in: Werk, Bauen + Wohnen 10/2018, S. 22–27. – Westermann, Reto: Gemeinsam auf dem Land, in: NZZ Domizil 11.8.2018.
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