Die aus Finnland stammende Architektin machte sich mit dem Bau ihres Atelierwohnhauses 1978 selbständig. Das Haus besteht aus vier schmalen, dreigeschossigen Baukörpern mit steilen Satteldächern, die in gestaffelt am Hang stehen und einen kleinen Hof fassen. Das Ensemble beinhaltet Raumfolgen, zwischen den Häusern kann hin und her, hoch und hinunter gewohnt und gearbeitet werden. Die Skelettkonstruktionen ruhen auf Punktfundamenten, fast ohne Eingriffe in die Streuobstwiese am Waldrand. Die Stirnseite des obersten Hauses ist als überdeckter Freisitz ausgebildet, eine Gartenanlage sucht man ebenso vergebens. Die Träger und Wandelemente sind jeweils zwischen zwei Stützen gespannt. Die Beplankungen sind dunkel, die Konstruktion ist hell gefärbt und somit ablesbar. Ein zentrales Element ist die Entwässerung der mitten in der Dachlandschaft liegenden Traufen. Die Dächer kragen daher stirnseitig weit aus und sind von mächtigen Kastenrinnen gefasst. Das Thema Haus am Hang beschäftigte Anja Heer-Pirinen viele weitere Jahre: In den 1990er-Jahren projektierte sie ein ganzes Dorf aus Holzhäusern am Hang rund um ihr Atelierwohnhaus. Neue Wohnformen in der Natur – das Thema hätte es verdient weiterentwickelt und auch realisiert zu werden.
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