Das hölzerne Kastenbad im See oder Fluss hat in der Schweiz eine lange Tradition. Anfang des 20. Jahrhunderts wurden die Bäder ans Land verlegt und um Freiflächen ergänzt. Der Stil des Neuen Bauens prägte viele dieser neuartigen Badeanstalten. Das Vorarlberger Architekturbüro hat mit seinem Projekt jedoch auf die Tradition zurückgegriffen und einen streng gerasterten, hölzernen Pavillon errichtet. Eine Holzrahmenkonstruktion aus heimischem Holz trägt ein grosszügiges Flachdach unter das zwei Baukörper geschoben sind. Sie sind ebenso klar gerastert und rundum mit Lamellenelementen geschlossen. Die Elemente können geöffnet werden, sei es für eine Umkleide oder für den Kioskbetrieb. Durch die Lamellen werden die Innenräume belichtet, ohne dass Sichtschutzelemente erforderlich werden. Der überdeckte Umgang bietet einen zusätzlichen, schattigen Schwellenraum. Die Grundrissorganisation unterscheidet sich von einem historischen Bad, die Struktur und Atmosphäre wecken jedoch wohlige Erinnerungen. Der Pavillon überzeugt durch Konsequenz und Leichtigkeit – einzig die Orientierung dürfte einigen Besucher:innen Schwierigkeiten bereiten.
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