Temporäre Schulzimmer sind in der Regel Blechcontainer. In Biel wurde nach einem besseren Schulraumprovisorium für circa acht Jahre gesucht. Auch die Lösung in Holz ist modular aufgebaut, sie erfährt jedoch durch eine vorgesetzte, offene Kaskadenfreitreppenanlage aus Fachwerkträgern eine räumliche und gestalterische Aufwertung. Das Schulraumprovisorium lagert auf Schraubfundamenten resp. auf Stahlträgern, was keine nennenswerten Eingriffe in den Boden erforderte. Die Decken und Wände der 36 Module bestehen aus Brettsperrholz, sie fungieren als Trag- und Nutzschicht in einem. Die Fassade ist hinterlüftet und mit drei verschieden breiten Bretttypen verkleidet. Die südöstliche Längsseite ist vollständig verglast. Im Nordwesten sind lediglich Türen zu finden – die Reduktion auf das Wesentliche ermöglichte es, das Schulraumprovisorium in nur neun Monaten zu planen, vorzufertigen und aufzubauen. Die Module können an einem anderen Ort auch in modifizierter Formation wiederaufgebaut werden, dies aufgrund der Entkoppelung der Haustechnik. Diese überzeugende Lösung erforderte eine enge Zusammenarbeit von Architekten, Ingenieur und der ausführenden Firma Renggli AG. Neben den atmosphärischen Qualitäten, demonstriert die Wiederverwendbarkeit die Möglichkeiten des Holzbaus und empfiehlt diesen als Material der Wahl in Zeiten der Transformation.
Gruber, Birgit: Dem Hochleistungsbaustoff sei Dank, in: Holzbau Austria 4/2020, S. 27–31. – Temporäre Erweiterung Schule Champagne, Biel, in: Lignum Holzbulletin 132/2019, S. 3240–3243. – Erweiterung Schule Champagne, Biel BE, in: espazium (Beilage zu TEC21 47/2019). – Mit dem Prinzip von Legosteinen, in: Bieler Tagblatt, 24.3.2018.
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