Das Schulhaus Martin Haffter gründet auf einem unterirdischen Notspital, das ein klares konstruktives Raster vorgab. Die drei Schulgeschosse sind mit tragenden Wänden, die sich als Schotten durch das Gebäude ziehen, strukturiert. Im Zentrum des nahezu quadratisch angelegten Baukörpers befindet sich eine Begegnungszone, die von zwei Lichthöfen flankiert wird. Im überhohen Erdgeschoss ist dies eine Aula, im 2. Obergeschoss eine Bibliothek. Die Unterrichtsräume sind kranzförmig entlang der Fassade angeordnet. Anstelle von langen Fluren durchschreiten die Schüler:innen auf dem Weg dahin verschiedene Räume mit unterschiedlichen Nutzungsangeboten. Auch die Schulzimmer sind miteinander verbunden, sodass maximal flexible Interaktionen möglich werden. Auch die Fassaden sind einheitlich gerastert, vertikal verschalte Wandflächen, horizontal strukturierte Brüstungen und umlaufend akzentuierte Gesimse auf Höhe der Geschossdecken vermitteln das Fügen und ergeben ein harmonisches Bild, das die Wirkung, Atmosphäre und Haptik des heimischen Holzes in Szene setzt. Im Inneren setzten erdige Grautöne feine Akzente: Stahltreppen, Terrazzoböden und glattgestrichene Wände ergänzen die Holzdetails. Die Vorgaben des Untergeschosses haben zu typologisch wie konstruktiv spannenden Lösungen gesorgt.
Wundling, Martina: Primarschulhaus in Weinfelden (TG), in: espazium.ch (8.10.2025)
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