1837 lief das erste Dampfschiff auf dem Vierwaldstättersee vom Stapel, 1882 eröffnete die Gotthardbahn – beides befeuerte den Tourismus und die Mobilität der Bevölkerung. 1894 wurde in St. Niklausen eine provisorische Schiffstation eingerichtet, 1911 ein repräsentativer Bau im zeittypischen, historisierenden Schweizer Holzstil errichtet. Das Stationsgebäude hat sich weitgehend im ursprünglichen Zustand erhalten und gehört zu den ältesten erhaltenen Vertretern dieser Baugattung am Vierwaldstättersee. Die Station besticht durch eine äusserst differenziertes Dachlandschaft. Zum See zeigt sich eine Giebelfassade mit Satteldach. Sie ist mit einem parallel zum Ufer gerichteten Krüppelwalmdach verbunden. Auf der Landseite ist ein Annex überdeckt mit einem abgeschlepptes Pultdach, krönender Abschluss ist ein verspielter Dachreiter. Darunter duckt sich ein kleiner, zweiräumiger Blockbau. Die Dachvorsprünge sind mit unterschiedlich geschweiften und gebogenen Arkaden unterstützt. Das Stationsgebäude ist ein hervorragender Zeuge der lokalen Tourismus- und Verkehrsgeschichte und zeigt eine für diese Zweckbauten charakteristische Mischung zwischen Funktionalität und romantisierender architektonischer Gestaltung.
Bootshaus St. Niklausen, in: Museum Bruder Klaus in Sachseln (Hg.): Omlin, Robert: Architekt. Sarnen, 2016, S. 27–28. – Josef Gwerder. Die Schiffstationen am Vierwaldstättersee. Emmenbrücke 2007, S. 228–229.
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