Die Konzeption eines Pavillons ist die Königsaufgabe eines jeden Planenden. Julius Natter wurde mit einer solchen Aufgabe anlässlich des 700-Jahr-Jubiläums der Eidgenossenschaft betraut. Es sollte ein Provisorium sein – die erste, als leichtes Flächentragwerk konzipierte Holzrippenschale der Schweiz wird jedoch bis heute gerne und rege genutzt. Der rundum verglaste Pavillon auf dem Gelände der EPFL überspannt eine Fläche von 25 x 25 Metern, die Firsthöhe beträgt 6.8 Meter. Die Rippen sind aus vier Lagen Fichtenholzbrettern à 27/120 Millimetern gestapelt, von denen in den Knotenpunkten jeweils zwei durchlaufen. Die Steifigkeit des Dachs wird durch eine einzige Bretterschicht gewährleistet. Dies ist möglich, weil die Schalung diagonal zu den Rippen steht. Die filigrane Schale lagert auf vier Punkten auf Betonfundamenten. 1998 mussten die Eckpunkte wegen Feuchteschäden saniert werden. 2006 erfolgte eine Dachsanierung: Der für ein Provisorium ausreichende Polyurethanschaum wurde durch ein Titanzinkblechdach ersetzt, Ortgang und Teile des Tragwerks wurden ertüchtigt. Der Polydôme gehört zu den bedeutendsten Projekten Julius Natterers.
Büren, Charles von: Entwicklung statt Superlativen, in: Tec21 22/2017, S. 20–21. – Klasz, Walter; Grasser, Alexander; Flach, Michael; Sevela, Pavel: Wooden membrane with integrated flexible photovoltaic foil (=Conference Paper). Innsbruck 2016. – Ekwall, Thomas: Ingenieurpavillons: Die Tragsicherheit einer Idee, in: Tec21 24/2014, S. 24–26. – Informationsdienst Holz (Hg.): Einfach Bauen mit Holz. Späte Werke von Julius Natterer. Berlin 2011, S. 60–61. – Hanhart, Pierre: Der Polydôme, in: Baumetall 4/2006, S. 51–54.
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