Der Pavillon hat im Bildungswesen seit den 1920er-Jahren Tradition. Er steht für einfache Raumgefüge mit engem Bezug zum Aussenraum. Die Kinderkrippe Kihz auf dem Hönggerberg folgt dieser Tradition. Der Winkelbau besteht aus einem Riegel und einem Kopfbau, abgesetzt durch eine Fuge. Um die Stirnseiten vollständig verglasen zu können, war eine über 11 Meter spannende Konstruktion erforderlich. Hierfür entwickelten die Architekten und die Holzbaufirma Erne gemeinsam Holzrippenelemente am Computer – damals ein Novum. Der Pavillon scheint über einem bestehenden Kellergeschoss zu schweben. Fussboden- und Deckenplatte kragen aus, ebenso das Flachdach. Erd- und Obergeschoss sind weitestgehend identisch ausgeführt. Die Holzrahmkonstruktion ist mit rot gestrichenen Holztafeln beplankt, sämtliche Fenster und Türen sind weiss gefasst. Ihre Dimension und Anordnung variiert innerhalb des konstruktiven Rasters. Fensterbänder in Kniehöhe verweisen auf die kleinen Nutzer:innen. Hochparterre wertete 1995: «So sieht ein zeitgenössischer Holzbau aus.» – was die Bedeutung des Projekts und den Stand des Holzbaus Ausgang des 20. Jahrhunderts trefflich beschreibt. Auch nach 30 Jahren ist das Kihz noch ein fröhlich anmutender, atmosphärisch äusserst gelungener Bau.
Ein zeitgenössischer Holzbau: Kinderkrippe ETH Hönggerberg Zürich, in: Hochparterre 4/1998, S. 23.
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