Pirmin Jung ist einer der Pioniere des Schweizer Holzbaus. Entsprechend wurde der Neubau des Firmensitzes zum visionären Musterhaus für nachhaltiges Bauen und Kreislaufwirtschaft. Ziel war es, ein wenig materialintensives Bauwerk zu schaffen, das hauptsächlich aus regionalem Holz besteht und damit die Reduktion der CO2-Emissionen über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg reduziert. Entsprechend wurde das Haus des Holzes SNBS (Standard nachhaltiges Bauen Schweiz) und MINERGIE-P-Eco zertifiziert. Ein abgetrepptes Turmhaus und ein Riegel sind mit einem Verbindungstrakt zusammengefasst. 80 Prozent der Fläche sind als Bürofläche geplant und bieten Raum für rund 100 Arbeitsplätze. Hinzu kommen Wohnungen. Das Haus steht im Grundwasser, das Untergeschoss wurde daher aus Beton gefertigt. Darüber erhebt sich ein Skelettbau. Die Wände sind in Holzrahmenbauweise erstellt. Die tragenden Teile sind mit flächigen Brettsperrholzscheiben ausgesteift, metallische Verbindungen wurden vermieden. Die Decken der Büros sind als Rippendecken konstruiert, in den Wohnungen folgen Brettstapeldecken. Gestalterisches Thema war der Holzbau in der Stadt. Hierfür wurde eine Sockelzone in vertikaler Verschalung, Geschosse mit horizontaler Verkleidung und ein vorkragendes Flachdach auf markanten Balkenvorstössen gestaltet. Eine ähnliche Zonierung prägt auch die um 1900 entstandenen, urbanen «Neustadt-Quartiere», sie bietet nun auch in einer nachhaltigen Materialisierung eine überzeugende Formensprache.
Arc-Award; Minergie-P-ECO; SNBS Platin
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