Bauherr des Wohnhauses Alexander war der kalifornische Fotograf Jesse Alexander, der sich im Hasliberg ein Refugium erstellen liess und die Verbindung von Anderegg und Frank Lloyd Wright schätzte. Bruchstein, Lärchenholz und Eternit: Das Haus fügt sich wie selbstverständlich in die Landschaft – Vorbild waren Wrights Usonien-Häuser. Basis bildet ein Sockel parallel zum Hang, auf dem Holzvolumen platziert sind, unter anderem ein auskragender, zentraler Wohnraum mit Pyramidendach. Als Schnittstelle zwischen Wohn- und Schlafräumen fungiert eine Feuerstelle. Die Holzkonstruktion ist mit einer horizontalen Schalung beplankt, was den ruhenden Charakter des Ensembles unterstreicht. Im Vergleich zum Ortsüblichen sind Andereggs Eternitdächer sehr flach geneigt. Das Erstlingswerk erregte grosses Aufsehen und machte den Oberländer schweizweit bekannt. Die daraus resultierende Handschrift gehört zu den wenigen eigenständigen Beiträgen zur Gestaltung von Holzbauten in dieser Zeit. Die Anerkennung in der Region liess allerdings auf sich warten: 1958 wurde ein erstes Baureglement erlassen, das derart flach geneigte Dächer verbot. Seit 2006 ist das Haus denkmalgeschützt.
Wolf, Daniel; von Allem, Jost: Ernst E. Anderegg. Ausgewählte Bauten in der Region Interlaken-Oberhasli (= Schweizerische Kunstführer). Bern 2011, S. 8–10. – Wolf, Daniel: Alpine Architektur als angewandte Kunst. Zum Gedenken an Ernst E. Anderegg, 1928 – 2006, Meiringen. 23.11.2006 (plattformj.ch)
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