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Grossbauernhaus Spillmatt

Bürglen, UR
1615
Bauzeit
1609 – 1615
Weitere Bauphasen
1991 – 2006

Das Grossbauernhaus Spillmatt, auch «Planzerhaus» genannt, ist einer der bedeutendsten Urner Profanbauten und prägt den Kern des Tellendorfs Bürglen. Der Sitz dreier Landammänner gehört zu den ersten steilgiebligen Blockbauten des Schächentals und setzte mit einer Trinkstube mit aussergewöhnlicher Wandbemalung im Sockelgeschoss und einem Saal im Dachgeschoss Massstäbe, die Nachahmung fanden. Der Block ist traufseitig bündig auf den Sockel gesetzt, schauseitig kragt er leicht vor. Die kielbogig gekerbte Schwelle und die Klötzchenfries auf Brüstungshöhe werden von den barocken Zugläden teilweise überdeckt. Die Stube sticht mit einem Band aus fünf Fenstern hervor, die restlichen 31 Räume – inklusive zweier Gewölbekeller – sind individuell befenstert. Lauben im ersten Obergeschoss und Klebdächer beleben die Fassaden. Die hintere Haushälfte ist ein Massivbau. Die Trennwände sind hier in Fachwerk ausgebildet. Die Ausstattung erfuhr im 19. Jahrhundert einige Modernisierungen. Insgesamt gestaltet sie sich jedoch deutlich reicher als der schlichte Blockbau. Herausragend sind auch die drei – ehemals vier – Öfen und deren Auswirkung auf die Statik, vor allem im Dachgeschoss. Das Haus wurde ab 1991 während 15 Jahren von der Besitzerfamilie unter Hinzuziehung von Experte:innen sensibel restauriert und setzte damit Massstäbe für die Denkmalpflege im Schächental.

Adresse
Klausenstrasse 144, 6463 Bürglen
Höhe
525 müM
Lage
Hang
Kontext
Land
Nutzung
Wohnen
Tragwerk
Decke
Balken
Fassade
Holz, Putz
Geschosse
2
Untergeschosse
2
Literatur

Sauter, Marion: Die Kunstdenkmäler des Kantons Uri. Schächental und unteres Reusstal. Bern 2017, S. 159–165. – Furrer, Benno; Stadler-Planzer, Hans: Das Planzerhaus in Bürglen: Architektur, Ausstattung, Entstehung, in: Historisches Neujahrsblatt Uri 2010, S. 11–20. – Müller, Eduard: Die Malerei im Kellersaal des Planzerhauses, in: Historisches Neujahrsblatt Uri 2010, S. 43–56. – Furrer, Benno: Kachelöfen und Feuerstellen im Planzerhaus in Bürglen, in: Historisches Neujahrsblatt Uri 2010, S. 23–40. – Arnold-Planzer, Paul: Die Renovation des Planzerhauses 1991–2006, in: Historisches Neujahrsblatt Uri 2010, S. 21–22. – Kanton Uri (Hg.): Bauinventar Bürglen. Altdorf 1996 (Typoskript). – Brunner, Thomas; Tomaschett, Michael: Unteres Reusstal, in: Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte (Hg.): Kunstführer durch die Schweiz (Bd. 2), Bern 2005, S. 894–895. – Felder, Peter: Kunstlandschaft Innerschweiz. Zusammenspiel von Landschaft, Geschichte und Kunst. Luzern 1995, S. 12, S. 203–204. – Iten, Karl: Die Kunst- und Kulturlandschaft am Weg zum Gotthard. Altdorf 1991, S. 84–87. – Meyer, André: Profane Bauten (= Ars Helvetica). Disentis 1989, S. 106, S. 115. – Furrer, Benno: Die Bauernhäuser des Kantons Uri (= Die Bauernhäuser der Schweiz 11). Basel 1985, S. 267–268, S. 342. – Schweizerische Bauernhausforschung (Hg.): Inventarblatt Bü. VI/13–14 (FLM Ballenberg). – Kanton Uri (Hg.): Verzeichnis der Schutzobjekte. Altdorf 1978, S. 35. – Wymann, Eduard; Müller, Josef: Das Bürgerhaus in der Schweiz (Bd. 1): Das Bürgerhaus in Uri. Basel 1950, S. 30–31. – Hunziker, Jakob: Das Schweizerhaus nach seinen landschaftlichen Formen und seiner geschichtlichen Entwicklung. Aarau 1913, S. 45. – Muheim, Gustav: Urner Tagsatzungsabgesandte, in: Historisches Neujahrsblatt Uri 1910, S. 184–189. – Wymann, Eduard: Das Bürgerhaus im Kanton Uri (= Das Bürgerhaus der Schweiz Bd. 1). Basel 1910, S. XLII–XLIV.

Hinweis zum Urheberrecht

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Bilder

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