Alfred Roth arbeite und experimentierte zeitlebens typologisch: Gebäude für einen spezifischen Ort, aber immer im Kontext eine systematisch erarbeiteten, Variationen ermöglichenden Konzeption. Auch in der traumhaften, privilegierten Lage am Zürcher Untersee wagte er es, reduziert und funktional zu bauen. Der 20 Meter lange Baukörper ist z-förmig: seeseits ist eine verglaste Veranda angedockt, rückseits ein Unterstand. Ursprünglich war das Haus nicht elektrifiziert, daher wurde ein Vorratskeller gebaut. Das Ferienhaus umfasst einen Wohnraum, eine Küche, ein Bad und vier «Schlafkabinen» – Räume in denen kaum mehr Platz ist als für ein Bett: Für Gäste und Kinder waren Stockbetten vorgesehen, das Elternschlafzimmer bietet zwei Einzelbetten. Bescheidener Schrankraum findet sich im Korridor, in Form von halbhohen Einbaukommoden. Zu schliessen sind nicht die einzelnen Schlafkabinen, Roth versah vielmehr den Korridor quer mit Schiebetüren, sodass die Schlafkabinen in der Nacht von zwei Seiten belüftet werden können. Ob diese interessante Lösung, die ein Queren der anderen Schlafkabinen etwa bei Notdurft erforderlich macht, noch existiert, konnte nicht eruiert werden. Die Konstruktion basiert auf einem simplen Raster, sämtliche Details waren zimmermannsmässig zu lösen. Die Einfachheit zeigt den Rückstand des Holzbaus in der Moderne, den Konstrukteure wie Alfred Roth oder Paul Artaria zu verbessern suchten.
Roth, Alfred: Ferienhaus bei Mammern am Untersee: Arch. Alfred Roth, BSA, S.I.A., Zürich, in: Schweizerische Bauzeitung 14/1941, S. 154–155.
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