Mit dem Entwurf des Ferienhauses Hommel löste sich Ernst E. Anderegg von seinem Vorbild Frank Lloyd Wright und schuf eine eigenständige Formensprache für das Bauen im Oberland. Das Ferienhaus liegt versteckt zwischen Bäumen am Ende eines Weilers. Über einem massiven Bruchsteinsockel schwebt ein spitz zulaufendes Dach – fast wie ein Zelt. Es ist schlank und rautenförmig. Gegen den Hang kragt ein kleine Pultdach-Ausguck hervor, massiv in Bruchstein gemauert, wie auch das Rückgrat des Hauses. Das Hauptgeschoss umfasst eine Küche mit Speisekammer, einen Wohnraum mit Kamin, ein Schlafzimmer und ein kleines Bad. Eine Empore erweitert das Raumangebot und erschliesst den Ausguck, der ein Gästezimmer birgt. Das Haus öffnet sich mit einer zweigeschossigen Fensterfront gegen das Tal. Konstruktiv war ein weit auskragendes Sparrendach zu lösen, das auf einer Fensterfront aufliegt. Den Abständen der Holzstützen entsprechend handelt es sich hierbei um grosse Fensterflächen, die Innen- und Aussenraum nahezu nahtlos verbinden. Die Seiten sind mit Brettern vertikal verschalt. Das Ferienhaus mutet wie ein Felsblock an und überrascht durch Transparenz und Leichtigkeit, nicht nur in seiner Konstruktion, auch in seinen fliessendem, offenen Grundriss.
Wolf, Daniel; von Allem, Jost: Ernst E. Anderegg. Ausgewählte Bauten in der Region Interlaken-Oberhasli (= Schweizerische Kunstführer). Bern 2011, S. 14–17. – Reto Gadola (Hg.): Architektur der Sehnsucht. 20 Schweizer Ferienhäuser des 20. Jahrhunderts. Zürich, S.128–131
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