Das ehem. Gasthaus «Drei Eidgenossen» wird von einem Stall aus dem 18. Jahrhundert und einem ehem. Speicher (heute: Waschhaus) flankiert. Die Baugruppe befand sich vor dem Bau der Kantonsstrasse an privilegierter Lage an der ehem. Hauptstrasse von Konstanz nach St. Gallen. Bereits die Fassade zeigt mehrere Bauetappen, die per Dendrochronologie gefasst werden konnten: Der mittelalterliche Kernbau erhielt 1683 einen erweiterten, neuen Dachstuhl, 1720 wurde die nordöstlichen Traufe angehoben. Die Eternit-Verschindelung dreier Fassaden datiert aus dem 20. Jahrhundert. Die Schauseite zeigt den Ständerbau von 1476 und die spätere Fachwerk-Erweiterung. Die Dachuntersicht und die Klebdächer wurden in der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts bemalt. Die reiche Gestaltung setzt sich im Inneren fort. Erhalten haben sich Täfer und aufwendig gearbeitete Decken, unter anderem ziergefastes Gebälk und Deckleistentäfer. Ins Auge sticht die Stube im 1. Obergeschoss und ihre barocke Ausstattung, eine bemalte Rippenfelderdecke und ebensolches Wandtäfer. Das ehem. Gasthaus war einst der Wohnsitz des Toggenburger Widerstandskämpfers Johannes Pfister und zählt zu den wertvollsten Baudenkmälern der Region.
Denkmalpflege St. Gallen (Hg.): Wittenbach: Hurliberg 528. Fassadenrestauration 2015 (=Jahresbericht). St. Gallen 2015, S. 49–52. – Albertin-Eicher, Peter; Albertin-Eicher, Helen: Baugeschichtliche Dokumentation mit dendrochronologischer Datierung. Winterthur 2010.
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