Hier steht ein Ferientraum: Anstelle einer Alphütte wurde auf der Bettmeralp ein «Chalet» errichtet – die Lage, die Ruhe, die Natur ausnutzend. Beim Bau bot der Vorgängerbau Inspiration. Der heutige Blockbau ruht auf einem Betonsockel, die Fensteröffnungen sind klein und scheinen willkürlich verteilt. Der Bau fügt sich gut in die Landschaft ein. Bei genauerem Hinsehen fällt jedoch auf, dass die Balkenlagen genutet sind und der hohe Dachaufbau von einer Dämmung zeugt – Konstruktion und Komfort sind modern gestaltet. Der Begriff «Chalet» stammt aus dem französischen und bezeichnete einst einen Westschweizer Stall. Den Boom erlebte das «Chalet» im 19. Jahrhundert, als es als vorgefertigte, aus vielen verschiedenen ländlichen Bauelementen komponierte Villa oder öffentlicher Bau im Schweizer Holzstil die Städte eroberte. Eine umgenutzte oder imitierte Alphütte spiegelt einen neuerlichen Bedeutungswandel im Volksmund in Richtung Ursprung wider. Aus Sicht der Baukultur ist es daher wichtig, diesen Unterschied zu benennen und nicht jede Landhaus-Vision als Chalet zu betiteln. Der Bau auf der Bettmeralp kommt dem Original in seiner pragmatischen Schlichtheit sehr nahe und hilft, das lieb gewonnene Bild der alpinen Streusiedlung zu bewahren
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