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Balmermatte

Bürglen, UR
1638
Bauzeit
1634 – 1638
Weitere Bauphasen
2006 – 2008

Das zwischen Altdorf und Bürglen, am alten Klausenweg gelegene Bauernhaus Balmermatte ist ein steilgiebliger Blockbau. Es gründet auf einem massiven Sockelgeschoss, das eine Trinkstube fasst. Auch die Hausrückseite ist gemauert. Auf der Schauseite kragt der Block, der 25 Wohn- und Nutzräume fasst, leicht vor. Der Erbauer Johann Peter von Roll liess die Konsolen als Rossköpfe («Rösslis») ausführen, die Schwellbalken mit Kielbogen kerben und auf Brüstungshöhe ein Klötzchenfries einarbeiten. Ausserdem sind Spuren einer ehemals ochsenblutroten Fassadenfärbung sowie Schablonenmalereien unter dem Dachvorsprung vorhanden. Das Haus besass die für die Region typische Raumaufteilung und Quergangerschliessung. Untypisch ist die Trennwand zur hinteren Haushälfte, die in Fachwerk ausgeführt ist. Die Ausfachungen sind wie viele andere Partien des Hauses bemalt. Die reichste Ausstattung erfuhr der rückwärtige Raum im zweiten Obergeschoss, dessen Mauerwerk mit naturbelassenen Nadelholzbohlen, einer Kassettendecke sowie einem Prunkbuffet von 1636 ausgestattet ist. Bei der Modernisierung wurde das Haus in zwei Wohneinheiten, eine Betriebsleiterwohnung und ein Stöckli, geteilt. Die Eingriffe, die einen zeitgemässen Brand- und Schallschutz sowie eine Energieversorgung sichern mussten, folgen einer sehr zurückhaltenden, modern-kontrastierenden Formensprache. Der Aussenbau blieb nahezu unverändert. Die Balmermatte ist heute wieder in eine Streuobstwiese eingebettet und gehört damit zu den wenigen Hofstätten, die ihren ursprünglichen Charakter behalten konnten.

Adresse
Balmermatte, 6463 Bürglen
Höhe
504 müM
Lage
Ebene
Kontext
Land
Nutzung
Wohnen
Tragwerk
Decke
Balken
Fassade
Holz, Putz
Geschosse
2
Untergeschosse
1
Literatur

Sauter, Marion: Die Kunstdenkmäler des Kantons Uri (Bd. III): Schächental und unteres Reusstal. Bern 2017, S. 166–170. – Brunner, Thomas; Tomaschett, Michael: Unteres Reusstal, in: Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte (Hg.): Kunstführer durch die Schweiz (Bd. 2). Bern 2005, S. 894. – Kanton Uri (Hg.): Erweitertes Bauinventar. Altdorf 1998 (Manuskript). – Felder, Peter: Kunstlandschaft Innerschweiz. Zusammenspiel von Geschichte, Landschaft und Kunst. Luzern 1995, S. 204. – Einwohnergemeinde Bürglen (Hg.): Bürglen. Bürglen 1991, S. 11–12. – Muyr, Theo: Bauernhäuser der Kantone: Uri, Schwyz, Unterwalden, Luzern, Zug. Feldmeilen 1988. – Furrer, Benno: Die Bauernhäuser des Kantons Uri (= Die Bauernhäuser der Schweiz 12). Basel 1985, S. 267–268, S. 342. – Schweizerische Bauernhausforschung (Hg.): Datenblatt BHI Bü. V/86, um 1980 (Archiv FLM Ballenberg). Kanton Uri (Hg.): Verzeichnis der Schutzobjekte. Altdorf 1978, S. 35. – Müller, Carl Franz: Die Altdorfer Sitze der Familie von Roll und deren Inhaber, in: Historisches Neujahrsblatt 1951/52, S. 46–117. – Wymann, Eduard; Müller, Josef: Das Bürgerhaus in der Schweiz (Bd. 1): Das Bürgerhaus in Uri. Basel 1950 (2. Aufl.), S. 28–29. – Wymann, Eduard: Das Bürgerhaus im Kanton Uri (Das Bürgerhaus in der Schweiz (Bd. 1). Basel 1910, S. XLIV, S. 93–94. – Gisler, Karl: Das Urner Bauernhaus, in: Heimatschutz 11–12/1910, S. 90.

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