Das Kinderdorf Pestalozzi ist ein international tätiges Kinderhilfswerk. Unterstützt werden benachteiligte Kinder sowie internationaler Austausch – ein Anliegen der unmittelbaren Nachkriegszeit. Das Trogener Dorf sollte 24 Häuser umfassen, in einer ersten Etappe wurden 12 Gebäude errichtet. Es sollte kein Massenbetrieb, keine Anstalt werden, sondern Kindern aus verschiedenen Ländern heimatliche Wärme vermitteln. 1946 wurden acht «Doppelhäuser» errichtet. Um die erforderlichen Schlafsäle, Schulzimmer, Wohnräume etc. in heimeligen Proportionen zu bringen, wurden je zwei traditionell anmutende Häuser mit einer Diele verbunden. Die Baukörper sind etwas abgedreht um Abwechslung zu erzeugen. 1947 folgte der sogenannte «Bergtyp», bei dem die beiden verbundenen Häuser nicht nur etwas abgedreht, sondern auch die Firstrichtung geändert wurde. Grundlage der Häuser bildet eine Fachwerkkonstruktion auf einem betonierten Kellergeschoss, die mit Rundschindeln, Holztäfer oder Eternitverkleidung mit Leisten beplankt wurden. Im Inneren wurde die Wand- und Deckenkonstruktion meist sichtbar belassen. Eine Anpassung an regionale Bautraditionen sind die weit vorkragenden Satteldächer und die bis zur Traufe laufenenden Seitenfassaden – der etablierte Wind- und Wetterschutz. Das kleine Dörfli mutet wie selbstverständlich an, nur der parkartige Aussenraum zeigt, dass es keine Bauernhäuser sind. Hans Fischli hat auch moderne Gebäude errichtet, für die Kinder war der stilistische Rückgriff sicherlich sehr angenehm.
Fischli, Hans: Das Kinderdorf Pestalozzi in Trogen, in: Schweizerische Bauzeitung 46/1949, S. 649–653. – Fischli, Hans: Das Kinderdorf Pestalozzi in Trogen, in: Schweizerische Bauzeitung 45/1949, S. 637–642.
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