Die Basler Jugendherberge befindet sich in einem klassizistischen Bau der Baumeister Christoph Riggenbach und Melchior Bierri, der ursprünglich die Seidenbandfabrik Sarasin & Co. beherbergte. Nach deren Auflösung wurde die «Rote Fabrik» 1980 vom Architekturbüro Löw & Dörr zur Jugendherberge umgebaut. 2010 folgten eine neuerliche, umfassende Modernisierung sowie ein Erweiterungsbau. Die Jugi ist idyllisch gelegen am baumbestandenen «Sankt Albanteich», dem ehemaligen Mühlebach. Im Zuge der Erweiterung wurde die Erschliessung gedreht und erfolgt neu über einen Steg, der den Bach quert, sowie Alt- und Neubau verbindet. Dem schmalen Budget entsprechend wurde für den Neubau ein einfaches Betongerüst erstellt und mit Holzelementen «veredelt». Auf der heutigen Rückseite kontrastieren raumhohe Holzfensterelemente mit den Stirnseiten der Geschossdecken. Auf der Bachseite geht die Brücke und Steg fassende Pergola in eine vertikale Lamellenstruktur über, die den Kernbau strukturiert und vorgelagerte Loggien fasst. Als Absturzsicherung wurden zurückhaltende Metallgitter zwischen die Lamellen gespannt. Die Materialisierung ist eine Referenz an die Baukosten und an die damalige Brandschutzverordnung. Zu würdigen ist jedoch die Geste, hölzerne Strukturen im innerstädtischen Kontext zu etablieren.
Schindler, Anna: Der neue Chic für die knappen Reisebudgets: Umbau und Erweiterung der Jugendherberge St. Alban in Basel durch Buchner Bründler Architekten, in: Werk, Bauen + Wohnen 7–8/2010, S. 68–70.
Bilder












