Das Gasthaus Hirschen ist Teil eines Ensembles, bestehend aus dem fünfgeschossiges Fachwerkgebäude, einer Trotte und zweier Stallscheunen sowie den benachbarten Häusern Graf und Wyttenbach. Der im Auftrag von Johannes Wehrli errichtete, herrschaftliche Betrieb gehörte über Generationen der einflussreichen Stadtzürcher Familie. Wichtige bauliche Änderungen waren der Anbau des Erkers im Jahr 1730 sowie die Ausstattung und Ausmalung in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Das 20. Jahrhundert brachte einige Modernisierungen sowie einen Schwelbrand, dessen Folgen aber rekonstruiert wurden. Der Hirschen ist seit 1978 denkmalgeschützt. Die Würdigung der ICOMOS in 2013 beruht auf die Authentizität und Verwurzelung, resultierend aus der sorgsamen Pflege des Gasthauses über die Jahrhunderte. Im Rahmen der letzten Sanierung in 2017 wurden Räume in den Nachbargebäuden als Hotelzimmern und Nebenräumen hinzugefügt, unter anderem die «Hirschenbühne» im ehemaligen Stall. Das hochaufragende Gasthaus ist mit einem steilen, geknickten Satteldach gedeckt. Das ochsenblutrot gefärbte, reiche Fachwerk kontrastiert mit den hellen Ausfachungen und den grünen Fensterläden. Besonderes Augenmerk wurde auf die Gestalt der Fensterbrüstungen und die beiden Lauben auf der Ostseite gelegt, sowie auf den malerischen Erker mit Zwiebelhaube. Der Hirschen ist eines der schönsten Fachwerkgebäude der Region und besticht auch durch seine historische Ausstattung.
Salm, Karin: «Hirschen» und Menschen, in: Hochparterre 3/2018, S. 26–31.
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