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Speicher Windlach

Windlach, ZH
1655
Bauzeit
um 1655

Der Fachwerkspeicher ist Teil eines ehemaligen Lehenhofs. Bis heute haben sich das Bauernhaus mit Stall, das Trottgebäude und der Speicher erhalten, die zeilenartig zusammengebaut wurden. Der Speicher bildet den nordöstlichen Zeilenabschluss und diente als Lager für Wein und Getreide, die von der lokalen Bevölkerung als sogenannter Zehnten an die Obrigkeit abgegebenen werden mussten. Der Bau besitzt einen gemauerten Kellersockel, der von einem separat überdachten Treppenabgang erschlossen ist, einem sogenannten Kellerhals. Die oberen Stockwerke wurden als Fachwerkkonstruktion errichtet, wobei die Geschosse stockwerkweise abgebunden wurden und das Obergeschoss traufseitig vorkragt. Ein steiles, ziegelgedecktes Sparrendach mit liegendem Stuhl schliesst den Bau ab. Fenster und kleine, dreieckige Öffnungen sorgen für eine Belichtung und Belüftung. Zierelemente wie Profilierungen und Schnitzereien an Fenstersimsen, Schwellen und Bügen sowie den Hängesäulen des Flugsparrendreiecks lassen eine vermögende Bauherrschaft vermuten. Eine Inschrift über dem Hauseingang zum Erdgeschoss verweist auf das mutmassliche Baudatum und überliefert die damaligen Preise für Korn und Wein. Renovierungen des Ensembles 1944, 1984 und in den 1990er-Jahren wahrten die historische Substanz weitgehend. Heute dienen die Bauten als Wohnhäuser. Eine jüngere Erweiterung der Westseite der Trotte wurde 1984 zurückgebaut. Der Speicher mit seiner kunstvollen Fachwerkarchitektur ist ein wichtiger Zeuge für die Bau- und Wirtschaftsgeschichte der Region.

Adresse
Dorfstrasse 17a, 8175 Windlach
Höhe
410 müM
Lage
Ebene
Kontext
Land
Nutzung
Landwirtschaft, Wohnen
Tragwerk
Decke
Balken
Fassade
Holz, Putz
Geschosse
2
Untergeschosse
1
Literatur

Binder, Gottlieb: Geschichte der Gemeinde Stadel. Stadel 1939, S. 11 – Fietz, Hermann: Die Kunstdenkmäler des Kantons Zürich 2. Die Bezirke Bülach, Dielsdorf, Hinwil, Horgen und Meilen. Basel 1943, S. 138. – Hermann, Isabell: Die Bauernhäuser des Kantons Zürich 3. Zürcher Weinland, Unterland und Limmattal. Basel 1997, S. 428. – Böhmer, Roland et al.: Vom Grabhügel zur Ökosiedlung. Zürcher Bau-Geschichten (= Mitteilungen der Antiquarischen Gesellschaft in Zürich Bd. 74). Zürich 2007, S. 280 –281. – Denkmalpflege Kanton ZH (Hg.): Inventar, Ehem. Zehntenspeicher mit Trotte, Stadel, Dorfstrasse 17a. Stand 2021 (Archiv Denkmalpflege Kanton Zürich).

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Prozess

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